Zum Fund von nicht ausgewiesenem Pferdefleisch in Lebensmitteln in zahlreichen deutschen und europäischen Supermärkten erklärt Britta REIMERS, agrarpolitische Sprecherin im europäischen Parlament:
“Der aktuelle Skandal ist das Ergebnis kriminellen Handelns. Es ist der Arbeit irischer Kontrolleure zu verdanken, dass diese mutwillige Verbrauchertäuschung an die Öffentlichkeit gelangt ist. Allerdings dürfen wir jetzt nicht in einen Kontrollwahn verfallen.”
In den vergangenen Tagen haben die Agrarminister, die EU-Kommission und die Behörden der Mitgliedsländer zur lückenlosen Aufdeckung des Lebensmittelskandals aufgerufen. Die angekündigten 2250 zusätzlichen DNA- Kontrollen, die zu 75 Prozent von der EU-Kommission finanziert werden, sind notwendig und richtig. Auch die geplante Untersuchung auf Rückstände von Phenylbutazon, einem entzündungs- und schmerzhemmendem Wirkstoff, ist unerlässlich. Bislang bestand durch solche Rückstände jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für den Menschen.
“Auf lange Sicht ist die scharfe Ahnung von Verstößen zur Abschreckung und die Rückkehr von großflächigen Kontrollen zur Stichprobenentnahme der einzig bezahlbare Weg. Dabei sollten bei Stichproben zukünftig auch DNA-Tests vorgenommen werden. Dafür müssen aber die jeweiligen Rahmenbedingungen stimmen. Gerade in Deutschland dürfen wir nicht zulassen, dass Labore auf nationaler und lokaler Ebene weiterhin kaputt gespart werden.”



