EU braucht ein einheitliches Mindestrenteneintrittsalter

Am Donnerstag, 16. Februar will die Kommission ihr Weißbuch zu Renten vorstellen. Hierzu die stellvertretende Ausschussvorsitzende des Beschäftigungsausschusses, Nadja Hirsch:
 
„Ich begrüße, dass die Kommission das heikle Thema Renten und Pension endlich angeht, auch wenn von vielen Seiten mit Widerstand zu rechnen ist. Die Mitgliedsstaaten dürfen nicht länger die Augen vor der Realität verschließen: Wir können nicht weiter Pensionen und Renten auszahlen, als ob es den demographischen Wandel nicht gäbe. Der Vorschlag der Kommission, den Rentenbeginn an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, ist richtig - geht aber nicht weit genug. Wir brauchen ein EU-weites Mindestrenteneintrittsalter. Das würde dem teils irrwitzigen Frühverrentungswahn den Garaus machen.“
 
Plänen der Kommission, im Rahmen einer stärkeren Regulierung auch in die Betriebsrenten einzugreifen, erteilt Hirsch eine Absage: „Pensionskassen können nicht mit am Markt agierenden Versicherungen über einen Kamm geschoren werden. Deutsche Betriebsrenten unterliegen einem ausgefeilten System, das die enge Bindung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer widerspiegelt. Sollten für Pensionskassen tatsächlich dieselben Eigenkapitalvorschriften wie für Versicherungen unter Solvency II gelten, würde das für viele von ihnen das Aus bedeuten. Die Kommission würde einem bewährten Altersvorsorgemodell den Todesstoß versetzen. Viele Menschen wären im Alter von Armut bedroht.“