Boys’/Girls’ Day: Abschied vom Stereotyp

Zeitgleich mit dem Girls’ Day findet dieses Jahr am 14. April erstmals auch der Boys’ Day statt. “So sehr ich die großartigen Aktionen wie Schnupperpraktika, Werksbesichtigungen etc. unterstütze: Wir müssen aufpassen, dass wir mit der Unterteilung in Mädchen- und Jungstage, bei denen Mädchen Männerberufe und Jungs Frauenberufe kennen lernen, die Unterschiede nicht noch unterstreichen”, so Nadja Hirsch, sozialpolitische Sprecherin der FDP im EP. “Die Gleichstellung haben wir dann erreicht, wenn es weder einen Girls’ noch einen Boys’ Day, weder eine Frauenbeauftragte noch einen Jungenbeirat gibt.”

“Mit Stereotypisierungen kommen wir nicht weiter. Wir müssen Mädchen und Jungs schon in der Schule zeigen, dass beide das Zeug dazu haben, jeden Beruf wahrzunehmen, den sie möchten. Gute Worte alleine helfen allerdings wenig, wenn die Jungs dann im Kindergarten- und Grundschulalltag auf männliche Vorbilder verzichten müssen, und es immer noch die Mütter sind, die wie selbstverständlich beim Sommerfest den Kuchen backen. Es geht darum den Alltag zu verändern und moderne Vorbilder zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus müssen wir uns fragen, warum die Arbeit von Frauen und Männern nicht gleich wertgeschätzt wird in unserer Gesellschaft. Obwohl die Kinderbetreuung - ein klassischer Frauenberuf - heute als zentrale Voraussetzung für die Teilnahme am Arbeitsmarkt gilt - für Männer wie für Frauen wohlgemerkt - spiegelt sich diese Bedeutung keinesfalls im Gehalt wider.”

“Ich würde mir wünschen, dass wir nächstes Jahr einen gemeinsamen Zukunftstag abhalten, wo Jungen und Mädchen zusammen in verschiedene Berufe hineinschnuppern und im Nachhinein darüber diskutieren, wieso es diese Unterschiede gibt. Die Aufgabe besteht darin, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Denn nur wenn man die Gründe kennt, kann man etwas verändern.”