Rat holt Mutterschutz in die Realität zurück
Eine große Mehrheit der der Arbeits- und Sozialminister im Rat hat sich heute während einer ersten Debatte gegen die europaweite Ausweitung der Mutterschutzzeit auf 20 Wochen ausgesprochen und damit Forderungen des Europäischen Parlaments eine Absage erteilt. „Das Ergebnis ist erfreulich“, sagt Nadja Hirsch sozialpolitische Sprecherin der FDP im Europäischen Parlament. „Der Rat hat die Abgeordneten auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die FDP im EP hat bereits im Oktober gegen die absurde Forderung nach 20 Wochen Mutterschutz gestimmt.“
„Die Ausweitung der Mutterschutzzeit auf 18 Wochen scheint einen tragbaren Kompromiss in allen Mitgliedstaaten darzustellen. Dieser wird sowohl den Bedürfnissen der Frauen als auch denen der Arbeitgeber gerecht“, so Hirsch. „Wir können Frauen nicht verpflichten, dem Arbeitsplatz länger fernzubleiben als sie dies wünschen. Hinzu kommt, dass Arbeitgeber Planungssicherheit brauchen - sowohl was den Einsatz der Arbeitskraft als auch was die Kosten angeht.“
„Im Kern geht es ja darum, Familie und Beruf besser zu vereinbaren und die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt zu erhöhen. Letzten Endes wäre Familien daher besser mit einem Ausbau von Betreuungsstätten gedient als mit längerem Mutterschutz.“
In einem ersten Schritt hatte die Kommission eine Anhebung des Mutterschutzes von derzeit 14 auf 18 Wochen bei Vollbezahlung vorgeschlagen. Das Europaparlament hatte sich dann für 20 Wochen bei Vollbezahlung sowie für die Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs ausgesprochen.
Nach der formalen Abstimmung der gemeinsamen Position im Rat im kommenden Jahr beginnt die zweite Lesung des Dossiers im Europäischen Parlament.



