Völlig überzogen - unbezahlte Praktika sollen verboten werden

Die Mehrheit der Abgeordneten des Europäischen Parlaments hat heute ein Verbot unbezahlter Praktika gefordert. Nadja Hirsch, sozialpolitische Sprecherin der FDP im EP kritisiert das Abstimmungsergebnis:

„Natürlich wollen wir vermeiden, dass junge Menschen monatelang in unsicheren Arbeitsverhältnissen und in Hoffnung auf einen festen Job unbezahlte Arbeit leisten. Deshalb unbezahlte Praktika ganz zu verbieten, ist allerdings eine völlig überzogene Schlussfolgerung.“

„Unbezahlte Praktika können jungen Menschen wertvolle Erfahrungen mit auf den Weg geben. Diese können zum Beispiel in gemeinnützigen oder sozialen Organisationen stattfinden, die ein spannendes Arbeitsumfeld bieten, es sich aber einfach nicht leisten können, ein Praktikantengehalt zu zahlen. Für mich ist das zentrale Kriterium die Dauer eines Praktikums. Bei jedem Praktikum, das länger als sechs Monate läuft, kann der Arbeitgeber auf Arbeitsleistung bauen. Ab dann sollte auch eine Entlohnung erfolgen.“

Die Forderung wurde heute als Teil eines umfangreicheren Initiativberichts zur Verbesserung des Zugangs Jugendlicher zum Arbeitsmarkt von den Abgeordneten angenommen.