Von Antimon bis Wolfram - Rohstoffmangel bremst europäische Industrie aus
Ein von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebener Expertenbericht, der heute von Kommissar Tajani vorgestellt wurde, bestätigt erstmals Versorgungsengpässe bei mindestens 14 nicht-energetischen Rohstoffen. “Das ist alarmierend. Die Kommission muss endlich ein schlüssiges Konzept zur Sicherung der europäischen Rohstoffversorgung vorlegen”, so Michael Theurer, handelspolitischer Sprecher der FDP im Europäischen Parlament.
“Der nächste Schritt muss eine kohärente Rohstoffsicherungsstrategie
sein. Die Kommission muss ihre Instrumente verfeinern und an einer umfassenden Rohstoffdiplomatie arbeiten, die alle zur Verfügung stehenden Instrumente in Anspruch nimmt - eine Rohstoffpolitik aus einem Guss. Wenn Europa beispielsweise in afrikanischen Ländern Entwicklungshilfe leistet, sollte im gleichen Atemzug auch über langfristige Zusammenarbeit beim Handel mit Rohstoffen gesprochen werden.“
Aufgrund der weltweit über 1000 Ausfuhrbeschränkungen gewinnt die Sicherung von Rohstoffen zunehmend an geopolitischer Brisanz. „Besonders kleine und mittlere Unternehmen leiden unter diesen Auflagen. Rohstoffversorgung ist die Achillesferse zahlreicher Industriezweige“, so Theurer.
Die EU-Kommission hat heute einen Bericht vorgelegt, in dem die Versorgungssituation von 41 wichtigen Industrierohstoffen untersucht wird. Bei 14 davon ist die Versorgungssicherheit “kritisch” (Antimon, Flussspat, Gallium, Germanium, Graphit, Indium, Magnesium, seltene Erden, Wolfram). Diese Mineralien sind wesentlicher Bestandteil von alltäglichen Produkten.
Die Ergebnisse des Berichts werden in die Mitteilung über Strategien zur Sicherstellung des Zugangs zu Rohstoffen einfließen, die die Kommission im Herbst 2010 veröffentlichen wird.



