Europäische Regelung zur Kaninchenhaltung nötig?
Während die Haltung von Schweinen, Kälbern und Legehennen durch EU-Gesetze geregelt ist, gibt es keine Vorschriften für die Kaninchenhaltung. Daher stellen die FDP-Europaabgeordneten Nadja Hirsch und Britta Reimers gemeinsam eine parlamentarische Anfrage an die Europäische Kommission.
Britta Reimers, agrarpolitische Sprecherin der FDP im Europäischen Parlament, sagt: „In den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind die Tierschutzanforderungen für die Haltung von Mast- und Zuchtkaninchen teilweise sehr unterschiedlich. Auch international gibt es noch keine verbindlichen Vorgaben zu Besatzdichte, Gruppengröße und Mindestfläche je Tier. Dies kann zu Wettbewerbsverzerrungen führen, da höherer Tierschutz höhere Kosten verursacht.“
Nadja Hirsch, Mitglied der fraktionsübergreifenden Gruppe für Tierschutz im Europaparlament, ergänzt: „Aufgrund fehlender gemeinsamer Tierschutzstandards ist die Haltung von Mast- und Zuchtkaninchen in Europa in einigen Fällen mit der Situation von Legehennen in Käfigbatterien vergleichbar. Derart gehaltene Kaninchen sind in Drahtgitterkäfigen eingesperrt und leiden teilweise unter Schmerzen, Verletzungen und Verhaltensstörungen. In der Regel bekommen diese Tiere nicht ausreichend Bewegung, Tageslicht, Sozialkontakte zu Artgenossen oder rohfaserreiche Nahrung. Solche Haltungspraktiken können wir nicht länger akzeptieren. Die Kommission soll Stellung beziehen, ob sie einen Vorschlag zur gewerblichen Kaninchenhaltung in den EU-Mitgliedstaaten vorlegen wird und wie sie die Käfighaltung von Kaninchen im Hinblick auf den Tierschutz bewertet.“



