Lebensmittel-Ampel abgelehnt

Eine Stimme gab den Ausschlag – mit 31 zu 30 Stimmen votierte der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments gegen die Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln. Stattdessen sprachen sich die Abgeordneten für die sogenannten „Guideline Daily Amounts“ (GDA) aus und änderten den Kommissionvorschlag an dieser Stelle nur geringfügig.
Holger Krahmer, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP im EP kann mit der Entscheidung leben:

„Gut, dass die Ampel vom Tisch ist. Es gibt keine guten oder schlechten Lebensmittel, es sind die Verbraucher, die sich für eine ausgewogene Ernährung entscheiden oder nicht. Es ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers, rotes oder grünes Licht für die Ernährung der Bürger zu geben. Es geht darum, den Verbraucher zu informieren, nicht zu erziehen. Lebensmittelkennzeichnung kann keine Bildungslücken schließen.“

Die Mehrheit des Ausschusses stimmte für das Konzept „Guidline Daily Amounts“ (GDA), die den Gehalt bestimmter Nährwerte (Fett, gesättigte Fettsäuren, natürliche und künstliche trans-Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Salz, Proteine, Ballaststoffe, Energiewert) in Prozent eines durchschnittlichen Tagesbedarfs angibt. Als Referenz dient der durchschnittliche Bedarf einer erwachsenen Frau mittleren Alters. Die GDA werden auf 100 Gramm oder Milliliter bezogen und nur bei portionsweise verpackten Lebensmitteln auf deren Maß. Forderungen, das GDA-Modell ebenfalls mit Ampelfarben zu versehen, wurden abgelehnt. Der Ausschuss regelt nicht eindeutig, welche Informationen an welcher Stelle der Verpackung aufgeführt werden müssen.

Krahmer: „Der Kompromiss ist erträglich. Es ist zwar unklar, warum ein willkürlich gewählter Referenzwert zum Maßstab für alle Verbraucher gemacht wird, aber auf die politische Einteilung in gute und schlechte Lebensmittel wurde verzichtet.“

Das Plenum stimmt voraussichtlich im Mai über das Dossier ab.