Verlängerung des Mutterschutzes wird immer wahrscheinlicher
Die Mehrheit der Abgeordneten im Frauenausschusses hat sich heute Nachmittag für eine EU-weite Verlängerung der Mutterschutzzeit auf 20 Wochen ausgesprochen. Ihre Forderungen gehen damit über die von der Kommission und dem Beschäftigungsausschuss vorgeschlagene Dauer von 18 Wochen hinaus.
Nadja Hirsch, sozialpolitische Sprecherin der FDP im Europaparlament, kritisiert die Entscheidung: „Die Vorstellungen des Frauenausschusses gehen an der Realität vorbei. Wir sollten Frauen nicht dazu verpflichten, unnötig lange dem Arbeitsplatz fernzubleiben. Ich sehe in einer Ausweitung des Mutterschutzes von derzeit 14 auf 18 Wochen einen Kompromiss, der den Bedürfnissen von Müttern und Arbeitgebern gerecht wird. Als FDP setzen wir uns für wirklichen Fortschritt ein: nämlich, dass EU-weit alle Frauen während dieser Zeit 100 Prozent ihres letzten Gehaltes erhalten.“
Zum Thema Vaterschaftsurlaub, das im Rahmen der Debatten aufkam, sagt Nadja Hirsch: „Väter in die Mutterschutzrichtlinie mit aufzunehmen ist falsch verstandene Gleichstellungspolitik. Es geht hier vorrangig um den gesundheitlichen Schutz schwangerer Frauen und junger Mütter. So werden zum Beispiel Grenzen für Nachtarbeit und schwere körperliche Arbeit festgelegt. Das Thema Vaterschaftsurlaub könnte jedoch in Kombination mit einer europaweiten Elternzeitregelung diskutiert werden.“
Die endgültige Abstimmung im Plenum über die Revision der Mutterschutzrichtlinie ist für Ende März 2010 angesetzt.



