Arzneimittel müssen sicher bleiben – Dr. Jorgo Chatzimarkakis auf dem Podium des European Life Science Circle im Europäischen Parlament

Arzneimittel müssen sicher bleiben – Dr. Jorgo Chatzimarkakis auf dem Podium des European Life Science Circle im Europäischen Parlament

Der Patient muss im Zentrum stehen

Wie können Patienten möglichst effizient vor gefälschten Arzneimitteln geschützt werden? Vor dem Hintergrund des so genannten “Pharma-Pakets”, hat ein hochkarätiges Podium diese Frage im Rahmen des European Life Science Circle (ELSC) im Europäischen Parlament diskutiert. Der ELSC sieht sich als Motor für politische Reformen im EU–Gesundheitswesen und findet in Zusammenarbeit mit einem Partner statt. Der 8. ELSC wurde mit Unterstützung von AEGATE durchgeführt.

Jorgo Chatzimarkakis brachte es gleich zu Beginn des ELSC auf den Punkt: “Arzneimittel sind ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung, genau aus diesem Grund muss sich der Patient darauf verlassen können, dass in der Packung auch das drin ist, was drauf steht.” Ein Haupteinfallstor für solche Fälschungen sei aber das Internet.

Der liberale EU-Parlamentarier kritisierte, dass im aktuellen Richtlinienvorschlag der Kommission zu gefälschten Arzneimitteln das Internet mit keinem Wort erwähnt werde. “Laut einer Studie der WHO werden rund 50 Prozent der Fälschungen im Internet gekauft. Hier müssen wir deshalb dringend ansetzen.” Der Europaabgeordnete wies besonders auf die Gefahr hin, dass Fälschungen auch in den regulären Handel einfließen könnten; Chatzimarkakis machte deutlich, dass es notwendig sei, Onlineapotheken zu zertifizieren und damit sicherer zu machen.

Im Vordergrund bei der Verhinderung von Arzneimittelfälschungen stehe die so genannte “Nachverfolgbarkeit.” Hier bestehen allerdings noch einige ungeklärte Fragen in Hinblick auf die Kosten sowie den Datenschutz. So machte Claudia Glasow (Ursapharm) deutlich, dass gerade für kleine- und mittelständische Unternehmen Kosten von bis zu 80.000 bis 120.000 Euro für jedes neue auf den Markt gebrachte Produkt entstehen könnten.

Dass Datenschutz eine besondere Rolle haben müsse, darauf wies John Chave (Pharmaceutical Group of the European Union) hin. “Daten dürfen nicht von Dritten zu kommerziellen Zwecken verwendet werden”, so der Verbandsvertreter.

Auch Chatzimarkakis machte deutlich, dass Datenschutz im Zusammenhang mit dem Arzneimittelhandel ein hohes Gut sei: “Diese Frage ist gerade für mich als liberaler Europaabgeordneter von zentraler Bedeutung. Der Patient muss bei allen Fragen im Zentrum stehen. Nur dann kann das Pharmapaket ein Erfolg werden.”