Patienten und die Pharmaindustrie machen auf die Dringlichkeit des Kampfes gegen Arzneimittelfälschung aufmerksam

Die Risiken, die für die Patienten durch Arzneimittelfälschung entstehen, müssen von den Verantwortlichen dringend angegangen werden. Es besteht die absolute Notwendigkeit, diese Bedrohung so schnell wie möglich anzugehen- sowohl mit praktischen, als auch mit legislativen Mitteln. Auf der heutigen Pressekonferenz im EP fordern Mitglieder des Europäischen Parlaments, Patientenvertreter und Arzneimittelhersteller europäische und nationale Verantwortliche dazu auf schnell zu handeln, um die ansteigende Gefahr gefälschter Medikamente zu bekämpfen.

“Es muss unser gemeinsames Ziel sein, zu verhindern, dass die gefälschten Arzneimittel noch mehr Schaden anrichten und die europäischen Bürger vor der wachsenden Bedrohung zu schützen”, sagen MdEPs Françoise Grossetête(EPP-ED, Frankreich), Jorgo Chatzimarkakis(ALDE, Deutschland) und Adamos Adamou (GUE/NGL, Zypern), sowie Jean-François Dehecq, Vorstandsvorsitzender von Sanofi- Aventis. ” Es reicht nicht aus, dass wir den legislativen Prozess abwarten, wir müssen jetzt Abhilfe schaffen.” ” 80% der gefälschten Arzneimittel gelangen über das Internet zu den Verbrauchern. Deswegen benötigen wir eine verlässliche Liste sicherer Internetapotheken, über die ausschließlich bestellt werden sollte”, forderte Jorgo Chatzimarkakis weiter.

Alle Anwesenden haben zugestimmt, dass die Verantwortlichen jetzt handeln müssen um sicherzustellen, dass der Kampf gegen gefälschte Arzneimittel ein bedeutendes Thema ist und bleibt. Das Europäische Parlament hat in der Vergangenheit wiederholt Initiativen ergriffen um dieses Thema zur Sprache zu bringen und die EU zum Handeln zu bewegen.
Im Dezember 2008, hat die Europäische Kommission ihren lang erwarteten Vorschlag für eine EU Richtlinie bezüglich “der Einfuhr medizinischer Produkte welche hinsichtlich ihrer Identität, Geschichte oder Herkunft gefälscht sind” veröffentlicht. Der Gesetzesentwurf wird momentan sowohl vom Europäischen Parlament, als auch vom Ministerrat geprüft- allerdings kann es Monate dauern, bevor die Richtlinie genehmigt wird. Die Teilnehmer der heutigen Pressekonferenz drängen alle am Gesetzgebungsprozess beteiligten Parteien ihre Anstrengungen zu verstärken und alle zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen um sicherzustellen, dass wirkungsvolle Maßnahmen so schnell wie möglich umgesetzt werden können.

Die Aktivitäten der Arzneimittelfälscher in Europa ist die Ursache für ansteigende Besorgnis: Obwohl der Internethandel die Hauptquelle für gefälschte Medikamente ist, haben diese Produkte auch die normale Versorgungskette erreicht, über autorisierte Großhändler, Händler und Apotheken als Einfallstor.

Das Europäische Patientenforum hat die Wichtigkeit einer Kommunikationsstrategie hervorgehoben, die das Bewusstsein der Patienten schärft und ihnen vor Augen führt, welche Rolle sie im Prozess der Arzneimittelfälschung spielen. 2007 wurden mehr als 4 Millionen gefälschter Arzneimittel an europäischen Grenzen beschlagnahmt, ein Anstieg von 51% im Vergleich zum Vorjahr. Ende 2008 hat die Kommission die Ergebnisse der “MediFake” Initiative angekündigt, die auf die Zollkontrollen illegaler Medikamente gerichtet ist. Der nationale Zoll hat sich auf eine über zwei Monate laufende koordinierte Aktion konzentriert, die die Einfuhr von illegalen Medikamenten in die EU stoppen sollte. Unter den abgefangenen Arzneimitteln waren Antibiotika, Krebsmittel, Anti- Malaria- Mittel, Anti- Colesterol- Medikamente, sowie Schmerzmittel. Diese Maßnahme hatte mehr als 34 Millionen beschlagnahmter, illegaler Arzneimittel zur Folge.