Ein historischer Moment für das Europäische Parlament

Nach dem teilweisen Einsturz der Decke des Plenarsaals des Europäischen Parlaments werden die Abgeordneten zum ersten Mal eine volle Plenarsitzung in Brüssel abhalten. Zum Glück haben die zehn Tonnen Baumaterial niemanden verletzt, da das Parlamentsgebäude aufgrund der sommerlichen Sitzungspause weitgehend leer war. Der Schaden und die enormen Reparaturen am Plenarsaal fallen gerade noch unter die Garantie für das circa zehn Jahre alte Gebäude und sind durch eine Versicherung gedeckt.

„Es muss eine umfangreiche und gründliche Sicherheitsüberprüfung aller vom Europäischen Parlament in Straßburg genutzten Gebäude stattfinden, wenn so etwas bei einem kaum zehn Jahre alten Bau passieren kann und das Parlament 2006 erst zwei viel ältere Gebäude gekauft hat, die zudem noch mit Asbest verseucht sind. Außerdem verlangt dies der Umstand, dass der Vorfall am 7. August 2009 tödlich für Besucher, Mitarbeiter und Abgeordnete hätte ausgehen können. Solange die Sicherheitskontrollen stattfinden muss das Parlament in Brüssel tagen,” fordert Alexander ALVARO (FDP/ALDE), Präsident der Kampagne für Parlamentsreform (CPR).

Das Europäische Parlament ist das einzige Parlament, welches seinen Arbeitsort nicht selbst bestimmen darf und verschwendet mit dem monatlichen Wanderzirkus zwischen Brüssel und Straßburg mindestens 200 Millionen Steuergelder.

Um den historischen Anlass der ersten vollen Plenarsitzung in Brüssel zu würdigen, werden Abgeordnete der Kampagne für Parlamentsreform Bauhelme verteilen und ihren Kollegen zur Feier des Tages am 1. September zum Auftakt der Plenarsitzung um 17 Uhr ein Stück Kuchen überreichen.