Türkei braucht Präsidenten des Ausgleichs

„Polarisierung der Gesellschaft nicht überwunden” Türkeibesuch

Der außenpolitische Sprecher der FDP im EP, Alexander Graf LAMBSDORFF, erklärte anlässlich der für morgen erwarteten Nominierung des türkischen Präsidentschaftskandidaten durch die Regierungspartei AKP:

„Die Türkei braucht einen Präsidenten, der auf Ausgleich setzt und die Spannungen im Land nicht weiter vertieft.” LAMBSDORFF, der sich derzeit zu politischen Gesprächen in der Türkei aufhält, ergänzte: „Das gute Abschneiden der AKP bei den Parlamentswahlen vor wenigen Wochen kann die Polarisierung der Gesellschaft nicht überdecken. Die säkular-nationalen Kräfte stehen den gemäßigten Islamisten von Premierminister Erdogan nach wie vor unversöhnlich gegenüber. Hinzu kommt eine explosive Situation in den kurdischen Gebieten des Nordirak, die von der PKK als Operationsbasis gegen die Türkei genutzt werden. In einer solchen Lage braucht dieser große und wichtige Partner der EU einen Präsidenten, der von allen Seiten akzeptiert wird.”

Alexander Graf LAMBSDORFF (40) ist stellvertretender Vorsitzender und außenpolitischer Sprecher der FDP im Europäischen Parlament. Er ist Berichterstatter der Liberaldemokratischen Fraktion im EP (ALDE) für die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und das Ankara-Protokoll.